Geschichte des Landgasthauses Waidhof


Gar nicht so abgelegen!
Viele Prominente haben sich schon hierhin "verirrt" ...
1511 wird der Waidhof das erste Mal urkundlich erwähnt. Bevor er zum "richtigen Gasthaus" wurde, war er lange Zeit eine Art Straussenwirtschaft. Ulrich Haas hat das Haus 1981 von seinem Vater Walter übernommen. Dessen Erbe anzutreten war nicht ganz einfach: Walter Haas war der Lieblingskoch von Walter Scheel, dem ehemaligem Aussenminister und Bundespräsident. Wenn also Scheel um die Welt reiste, hatte er Haas im Hofstaat dabei.
 
Der Waidhof ca. 1930
Was Theodor Heuss auf der Toilette sprach
Der ehemalige Bundespräsident Theodor Heuss besuchte öfters seinen Sohn, Direktor Ernst Ludwig Heuss, in Tumringen (Lörrach). Der erste Bundespräsident unternahm dann immer wieder ausgiebige Spaziergänge im Adelhauser Wald und kehrte anschliessend im "Waidhof" ein. Dort genoss er seine Lieblingsspeise, das Waidhofschnitzel. Es war immer wieder ein Genuss, eine leutselige Unterhaltung mit diesem hohen Herrn zu führen, berichteten die Wirtsleute Haas.
Ulrich Haas war damals noch ein kleiner Pimpf. Immer, wenn Heuss mit seiner Enkelin Bärbel auftauchte, musste er mit ihr spielen. Das tat er sehr ungern.

Ein Erlebnis hat er noch in Erinnerung. Ulrich Haas war gerade mit seinem Cousin auf der Toilette, als Heuss hereinkam. "Mein Cousin war so verdattert, dass er am hohen Herrn vorbeistürmen wollte." Heuss packte ihm am Kragen und sagte zu ihm:"Bübel, erst die Hände waschen!"
Theodor Heuss mit seiner Enkelin
Bärbel und dem jungen Ulrich Haas
vor dem Waidhof (1952)


Wenn es der Betrieb zulässt, zeigt Ihnen Ulrich Haas gerne die fast schon historischen Gästebücher mit vielen Fotos und Widmungen.

Schauspieler Willy Millowitsch schrieb z.B.: "Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht und gut gegessen."

Und Marianne Koch dichtete: "Das Wildschwein war ein Götterfrass. Ein dreimal Hoch dem Meister Haas."

Aber obwohl Sie in manchen Ecken der wunderschönen Einrichtung die Fotos vieler prominenter Gäste sehen werden: der Waidhof ist und bleibt ein Landgasthof. Er ist kein "stockvornehmes Restaurant" wo sich kaum jemand mehr wohlfühlen kann. Es gibt einen Stammtisch, es darf laut gelacht werden und es sind separate Räume für Ihre unvergessliche Familienfeier vorhanden.

Und wenn der Gast die schöne alte Stube vom Waidhof verlässt, wird er einen Zettel an der Tür entdecken, auf dem geschrieben steht: "Die Gäste haben sich so zu verhalten, dass der Wirt sich wohl fühlt."
 


Schauspieler Willy Millowitsch mit
Walter und Moni Haas vor dem Waidhof (1966).